Aktivitäten der VDA

Zusatzangebote in Lehre/Soft skills

Workshops („Laboratories in Legal Writing and Communication“) sollen Fähigkeiten im Bereich der wissenschaftlichen Textproduktion festigen und vertiefen; ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von professionellen Präsentationstechniken. In Zusammenarbeit mit dem DoktorandInnenzentrum und der DLE Nachwuchsförderung werden darüber hinaus auch Workshops zur Antragstellung und Einwerbung von Drittmitteln abgehalten werden.

 

Interdisziplinäre wissenschaftliche Impulse durch Vorträge und Konferenzen

DoktorandInnen erhalten im Rahmen der VDA die Möglichkeit, selbständig Gast­vorträge und Konferenzen zu organisieren und für diese extern Mittel einzuwerben.

 

Regelmäßige Workshops („Socratics“)

Regelmäßige Treffen („Socratics“) geben den TeilnehmerInnen die Gelegenheit, ihre Forschung unter einander zu präsentieren und zu diskutieren. Dadurch wird nicht nur die Fähigkeit zur Präsentation und kritischen Analyse eigener Texte trainiert; durch das Zusammentreffen von JungwissenschaftlerInnen verschiedener rechtswissenschaftlicher Disziplinen wird dadurch auch die transdisziplinäre Kompo­nente der VDA forciert.

 

Herausgabe der University of Vienna Law Review (VLR)

Ein international sichtbares Resultat der VDA ist die University of Vienna Law Review. Diese Open-Access-Zeitschrift bietet Mitgliedern der VDA die Möglichkeit zur Publikation ihrer Forschung, vorzugsweise auf Englisch (alternativ Französisch oder einer anderen weit verbreiteten Fremdsprache).

Zur Veröffentlichung in der University of Vienna Law Review sind sowohl Artikel mittleren Umfangs (20-40 Seiten) als auch Kurzzusammenfassungen exzellenter Dissertationen („Summaries“) vorgesehen. Vor Veröffentlichung werden die Beiträge einer Peer Review durch österreichische und internationale WissenschaftlerInnen und ExpertInnen unterzogen.

Die wissenschaftliche Qualität des VLR, welches als offizielle Publikation der Rechtswissenschaftlichen Fakultät auftritt, wird durch die Mitwirkung der Leitung der VDA und der DissertationsbetreuerInnen sowie interner und externer ExpertInnen (peer review) sichergestellt.

 

 

Aktivitäten - Rückblick

Rekordteilnahme beim Mittsemester-Socratic in Wien

Auch die kürzlich neu aufgenommenen Fellows nehmen das Spezialseminar begeistert an.

Das am 4. Mai 2018 ganztägig abgehaltene Mittsemester-Socratic war ein eindrucksvoller Beweis für die außergewöhnliche Vitalität und wissenschaftliche Unternehmungslust im Rahmen der rechtswissenschaftlichen Vienna Doctoral Academy: Hervorgerufen durch die reiche Publikationstätigkeit der Fellows, traten diese an die Leitung der Vienna Doctoral Academy mit der Bitte heran, zusätzlich zu den beiden Hauptsocratics im Sommer und Winter auch einen Frühjahrstermin abzuhalten. Die Initiative fand bei den Seminarleitern, Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz-Stefan Meissel und Univ.-Prof. MMag. Dr. Michaela Windisch-Graetz, freudige Zustimmung; ein Termin war rasch gefunden. Der Andrang zum Socratic war – in der jungen Erfolgsgeschichte des Formats bisher einmalig – so groß, dass einige Fellows mit ihren eingereichten Manuskripten auf die nächste Session im Sommer vertröstet werden mussten. Eine Wartezeit freilich, die man angesichts des wertvollen Feedbacks gerne in Kauf nimmt: „Die Kritik der Fellows ist sehr hilfreich zur Überprüfung, ob auch eher fachfremde Leserinnen und Leser meine Texte verstehen“, sagt Maria Lee, Dissertantin im Bereich der Rechtsphilosophie.  

Die sieben intensiv diskutierten Texte stellten insgesamt unter Beweis, dass auch junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowohl „in die Breite“ als auch „in die Tiefe“ zu gehen vermögen. Die Texte umfassten grundlegende Reformaspekte des irregulären Aufenthalts Fremder im Rahmen der Europäischen Union (Kevin Fredy Hinterberger, Auszug aus der Dissertation), Rolle und Stellenwert der Demokratie im Völkerrecht unter Einbeziehung politikwissenschaftlicher Perspektiven (Ralph Janik), die Bindungswirkung des gerichtlichen Geständnisses im Zivilprozess (Kevin Labner, Auszug aus der Dissertation), Viktimisierungserfahrungen und Strafeinstellungen unter Polizistinnen und Polizisten aus kriminologischer Sicht (Nora Markwalder/Monika Simmler/Monika Stempkowski), die Haftung für das Verhalten Dritter bei der Locatio Conductio als Analyse des klassischen Römischen Rechts (David Tritremmel, Auszug aus der Dissertation), grundlegende methodische Fragen zu Analogie und planwidriger Lücke an der Schnittstelle von materiellem Recht und Prozessrecht (Felix Zopf) und grundrechtliche Überlegungen in Bezug auf das Rückwirkungsgebot begünstigender Strafgesetze nach Art 7 EMRK im Verwaltungs-, Finanz- und Kriminalstrafrecht (Jennifer Capelare/Günther Schaunig).

Kulinarische Genüsse im Rahmen der Mittagspause rundeten den in jeder Hinsicht gelungenen Seminartag ab. Felix Zopf, kürzlich aufgenommener Fellow vom neu gegründeten Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht, im treffenden O-Ton: „Dieses Format bietet die einmalige Möglichkeit, fundiert-kritisches Feedback von fachlich hervorragenden Kolleginnen und Kollegen zu bekommen. Unsere Texte können wir damit wesentlich verbessern und so im stetigen Wettbewerb der Ideen den entscheidenden Vorsprung herausholen.“

Alle Jahre wieder zu Jahresbeginn: Voller Erfolg für das Intensivseminar in Haus im Ennstal

Das exklusive Socratic-Format findet wiederholt begeisterte Zustimmung und etabliert sich als Alleinstellungsmerkmal der rechtswissenschaftlichen Vienna Doctoral Academy   

Von 7. bis 10. Januar 2018 kam eine Gruppe von Fellows der Vienna Doctoral Academy „Communicating the Law“ zum nunmehr zweiten Mal zu einem Seminar in Haus im Ennstal zusammen. Gemeinsam mit Akademieleiter Vizedekan Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz-Stefan Meissel und Univ.-Prof. MMag. Dr. Michaela Windisch-Graetz bezogen die Fellows das eigens angemietete Kolping-Ferienhaus in freudiger Erinnerung an die gelungene Premiere des vergangenen Jahres. Unter Anleitung der Professoren machten die Fellows wieder von der einzigartigen Möglichkeit Gebrauch, ihre Forschungsideen mit einem qualifizierten und interessierten Fachpublikum zu teilen. Den Erfolg des Formats beweist mittlerweile auch eine begehrte Auszeichnung: Frau Professor Windisch-Graetz eroberte für ihre engagierte Mitgestaltung dieser Socratic-Sessions kürzlich den Teaching Award der Universität Wien 2017 in der Kategorie „Peer Feedback geben und nehmen“.     

Das auch heuer sehr breite inhaltliche Spektrum umfasste Texte von David Tritremmel (Auszug aus der Dissertation „Die Haftung für das Verhalten Dritter bei der Locatio Conductio“), Monika Stempkowski (Auszug aus der Dissertation „Grundlagen der Gefährlichkeitsprognose“), Stefan Potschka (Auszug aus der Dissertation „Leistungsbestimmung durch Dritte und ‚billiges Ermessen‘“), Maria Lee (Auszug aus der Dissertation „Wer braucht schon Frauenräume? – Das Anbieten von Gütern und Dienstleistungen getrennt nach Geschlechtern im Kontext der Debatte über die Aufhebung der Geschlechterkategorien“), Maria Sagmeister („Towards a Feminist Theory of Male Rape. Connecting Male Victimization to Vulnerability and Care“), Philipp Janig („Art 9 B-VG und subjektive Rechte Einzelner: Eine kritische Übersicht der Österreichischen Judikatur aus menschenrechtlicher Sicht“), Kevin Fredy Hinterberger („Der Arbeitsmarktzugang von Fremden mit Duldung oder Aufenthaltsberechtigung besonderer Schutz – Eine Analyse anhand des Sachlichkeitsgebots“) und Jennifer Capelare/Günther Schaunig („Strafbarkeit des tätlichen Angriffs auf Verkehrsbedienstete – Sozialethischer Tadel im Graubereich des Gleichheitssatzes oder: Anfang vom Ende von In-dubio-pro-libertate“).

Neben den ertragreichen Seminareinheiten blieb auch für allerlei sonstige Freuden viel Raum. So illustrierte die Zeit innerhalb der wohligen vier Wände wieder das hohe gruppendynamische Potenzial gemeinsamer „Entdeckerreisen“. Ob beim mittlerweile bewährten – und heuer besonders süße Überraschungen (Applaus für David Tritremmel!) bergenden – gemeinsamen Kochen, ob beim Skifahren oder gar in der Dorfdisko „Remise“: Die heiteren Erfahrungen zeigten, dass die wahre Besonderheit hinter dem Horizont eines jeden wissenschaftlichen Textes der Mensch hinter dem Text ist. 

Zu Gast beim Österreichischen Bundesheer: Sicherheitsdiskurse in Reichenau/Rax

Der schillernde Begriff „Versicherheitlichung“ bündelt multidimensionale Lebenswelten unserer Zeit: Nach dem deutschen Historiker Eckart Conze ist gesellschaftliche (Un)Sicherheit das Ergebnis einer kollektiven Wahrnehmung, die von verschiedenen AkteurInnen wie PolitikerInnen, der Zivilgesellschaft oder auch dem Militär geprägt wird. Auf Einladung des Österreichischen Bundesheers gewährten das Bundesheer und weitere in diesem Zusammenhang bedeutende Institutionen wie das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sowie die Polizei den Fellows der Vienna Doctoral Academy im Rahmen eines zweitägigen Workshops exklusive Einblicke in Dimensionen gegenwärtiger Bedrohungslagen. Das Schloss Rothschild in Reichenau an der Rax bot dafür von 30. November bis 1. Dezember 2017 eine malerisch-frühwinterliche Kulisse. Als „unverzichtbare Sicherheitsfaktoren für Österreich“ betonten die hochrangigen Vertreter ihre gesamtgesellschaftlich prägende Rolle in interessanten Vorträgen.  

Die Absicht des Workshops formulierte Initiator Markus Reisner, Oberstleutnant des Generalstabs und selbst Fellow der Vienna Doctoral Academy, damit, bei JuristInnen ein besseres Verständnis für die Denkweise des Bundesheers zu fördern und dieses so vermehrt in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Ein in unterschiedlichen Vorträgen beleuchtetes – zentrales – Konzept war jenes der Sicherheitsstrategie: Welche Gefahrenkonstellationen sind denkbar und wie sind Bundesheer und Polizei im Ernstfall gerüstet? Terrorangriffe kamen dabei ebenso zur Sprache wie humanitäre Katastrophen aufgrund von Hochwasser oder die „Massenmigration“ des Jahres 2015. Die umfassende Vorbereitung auf stetig wandelbare Sicherheitslagen in Folge geopolitischer Umwälzungen wurde den Fellows anhand strategischer Planspiele vor Augen geführt.

Begleitet von geschulten Psychologen der militärischen Eliteeinheit Jagdkommando konnten die Teilnehmenden am Nachmittag schließlich beim Teambuilding die eigenen Grenzen austesten: Im neuschneebedeckten Reichenau traten zwei Gruppen auf einem Waldparcours miteinander in Wettstreit. Die komplizierten Rechenaufgaben, Worträtsel und Geschicklichkeitsübungen, die es unter Zeitdruck zu lösen galt, sorgten auch noch bei dem vom Bundesheer bereiteten Galadinner für heiteren Gesprächsstoff.

Am zweiten Tag vertieften sich die Fragen nach der Abgrenzung von militärischen und polizeilichen Befugnissen. Auch die Dotierung des Sicherheitsetats und das Verständnis vom Konzept der umfassenden Landesverteidigung standen im Mittelpunkt der Diskussion.

Als prägendste Eindrücke der beiden Seminartage werden den Teilnehmenden die persönlichen Einsatzberichte der Offiziere Karoline Resch, ebenfalls Fellow der Vienna Doctoral Academy und erste Frau im Generalstab, sowie Markus Reisner in Erinnerung bleiben: Die beiden Generalstabsoffiziere gewährten nicht nur eine Innensicht auf die Strukturen des Bundesheers, sondern problematisierten auch offen Probleme wie Sexismus und Rechtsextremismus in und außerhalb des Bundesheers. Auch die Konfrontierung mit Angst, Hoffnung und Verzweiflung der lokalen Bevölkerungen in Afrika und Asien im Rahmen von Auslandseinsätzen war Teil der bewegenden Erzählungen, die den Fellows im Gesamten eindrucksvoll vor Augen führten, welche umfassenden Folgen globale Sicherheitsinteressen und -konzepte zeitigen.  

1. Jour fixe der VDA "Communicating the Law" zum Thema “Law and Economics”

Am 6. Juni fand im Café Caspar der erste Jour fixe der VDA “Communicating the Law” statt. Bei entspannter Atmosphäre tauschten sich die Fellows über aktuelle Projekte und zukünftige Pläne aus, darunter etwa die Partizipation am Sommerdiskurs in Strobl am Wolfgangsee, die Einbindung von Alumnis und die Organisation einer gemeinsamen Tagung im nächsten Jahr.

Nach einem gemeinsamen Abendessen gab es von Mario Hössl einen inhaltlichen Impuls zum Thema „Law and Economics“. Vorgestellt wurde der Text „The Common Law Process and the Selection of Efficient Rules“ von George L. Priest. Die Hauptthese von Priests „Law and Economics“-Ansatz lautet, dass Rechtsordnungen durch einen Selektionsprozess immer effizienter werden – und zwar unabhängig davon, wie Gerichte entscheiden oder welche Gesetze erlassen werden.

Im Anschluss an die Präsentation moderierte Julian Pehm eine lebhafte Diskussion über die methodischen Grundlagen und dogmatischen Perspektiven von Priests Argumenten. Die Unterschiede von kontinentaleuropäischen und Common Law Rechtssystemen kamen dabei ebenso zur Sprache wie die theoretischen und praktischen Auswirkungen der Verwendung von zentralen ökonomischen Begriffe wie „Interesse“ und „Effizienz“ in der Rechtswissenschaft. Kritisch debattiert wurde vor allem die Anwendung ökonomischer Modelle auf das Recht: Diese bringen neue Aspekte zum Vorschein und machen Handlungsfelder sichtbar; zugleich verdecken sie den moralischen, politischen oder sozialen Gehalt von Regulierungsregimen.

Ein gelungener Einstand und spannender Kick-off für die nächsten Jours fixes, die von jetzt an mehrmals im Semester stattfinden werden.

Seminar/Socratics Session Haus im Ennstal: Teambuilding und Textkritik im Naturerlebnis

Umgeben von einzigartig winterlicher Naturlandschaft bestätigt das mittlerweile dritte Socratic der VDA den Erfolg des von den Fellows so begehrten Formates.

Von 8. bis 11. Januar 2017 bot sich einer Gruppe von Fellows der Vienna Doctoral Academy „Communicating the Law“ zum wiederholten Mal die willkommene Gelegenheit, die hauseigene Textgestaltung gegenüber einem diskussionsfreudigen Publikum zu erproben. Wie schon im Rahmen der ersten (Strobl am Wolfgangsee, August 2016) und zweiten (Universität Wien, November 2016) Session rezensierten jeweils zwei bis drei Fellows Manuskripte verschiedener rechtswissenschaftlicher Fachrichtungen mit teilweise ausgeprägter interdisziplinärer Ausrichtung. Nach weiteren Impulsen aus dem Plenum bekamen die jeweiligen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, auf die reflektierten Kritiken zu replizieren.

Das breite inhaltliche Spektrum umfasste rassisch motivierte Ehetrennungen in der zivilrechtlichen Judikatur 1938 und 1939 (Victoria Stickelberger), Grenzen der Leistungsbestimmung durch eine dritte Person (Stefan Potschka), die Klärung einiger grundlegender Begriffe im europäischen Gleichheitsrecht (Maria Lee), völkerrechtliche und militärwissenschaftliche Grundfragen antiker Kriegsführung (Karoline Resch), mögliche Rechtsgrundlagen rund um das Überraschungsverbot im österreichischen Zivilprozess (Katharina Auernig) und Fragen zur Grundrechtsträgerschaft des ORF (Hannah Berger).

Nachdem bereits die gemeinsame Busanreise die Vorfreude auf eine gleichermaßen arbeits- und genussreiche Zeit geweckt hatte, brachte schon der erste Abend in dem zu Füßen des Dachsteins gelegenen charmanten Kolping-Ferienhaus die ideale Einstimmung auf die nächsten Tage. Nach der Besprechung von ersten Texten kam es darüber hinaus spätnachts zu einer einprägsamen Kontaktaufnahme mit einem einheimischen „Original“, der den überraschten Teilnehmenden – an Türen und Fenstern rüttelnd – seinen unbedingten Willen kundtat, dem (fortgesetzten) Genuss des Rebensaftes in der auserkorenen Heimstatt nachzukommen. Bereits am zweiten Tag durften alle Teilnehmenden ihre Fähigkeiten nicht nur im Rahmen weiterer Textbesprechungen, sondern dann auch auf den nahegelegenen Skipisten erproben. Der Abend fand seinen Ausklang bei Speis und Trank sowie eingehenden heiteren Diskussionen zur hiesigen Kolpinghaus-Bibliothek. Die Fortsetzung des wunderbaren Naturerlebnisses am Abschlusstag schließlich wurde von strahlendem Sonnenschein begleitet: Ob fahrend auf der Skipiste oder wandernd und laufend auf den herrlichen Wanderwegen – hier war für jeden etwas dabei. Das Abendprogramm mit Bowling und Gesellschaftsspielen bot eine allseits dankbar aufgenommene Gelegenheit sowohl zur Entspannung als auch zur Rückschau auf lehr- und ereignisreiche gemeinsame Seminartage im Herzen Österreichs.

 

Sokrates und die Badehose: Kritik und Analyse im innovativen Format

Erstes Socratic der Doctoral Academy „Communicating the Law“ fand im Rahmen des Sommerdiskurses in Strobl am Wolfgangsee statt.

Als Hebammenkunst (Mäeutik) bezeichnete Sokrates in Platons Dialogen die Methode, mit der er den richtigen Gedanken im Gespräch zur Geburt verhalf. In moderner Form wurde diese philosophische Konversationstechnik im Format der Socratics der VDA „Communicating the Law“ am 3. August in Strobl am Wolfgangsee wiederbelebt. Dabei rezensierten jeweils zwei bis drei Fellows die sechs Manuskripte, die von ihren Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung gestellt wurden. Nach diesen kurzen Impulsen bekam das Plenum das Wort, um den Text zu kritisieren, aber auch zu loben. In einer Schlussbemerkung konnte die Autorin oder der Autor Stellung zu den aufgeworfenen Fragen, Anregungen und Einwänden beziehen.

Die Auswahl der Texte, die vorwiegend aus den Dissertationsprojekten der Fellows stammten, reichte von der Frage nach dem auf den Schiedsrichtervertrag anwendbaren Recht (Antonia Cermak), dem holistischem Konzept des Anwendungsvorrangs des Unionsrechts (Philipp Mörth) über mögliche Entwicklungen im Bereich der Umwelthaftung (Stephanie Nitsch), dem postmortalen Persönlichkeitsschutz (Joachim Pierer) bis hin zu völkerrechtlichen Fragen zum Einsatz von Drohnen (Markus Reisner) und der Rolle des demokratischen Grundprinzips des B-VG in einer wehrhaften Demokratie (Ulrich Wagrandl).

Nachdem die zum Teil hitzigen Diskussionen am Nachmittag ein Ende gefunden hatten, konnte noch kurz die Badehose ausgepackt werden, um vor dem Beginn des Sommerdiskurses „Bewegungsräume - Mobilität, Innovation und Ethik der Forschung“ (3. bis 5. August) am Abend noch kurz eine Abkühlung zu finden. Die Fellows der Doctoral Academy waren neben namhaften Vertretern und Vertreterinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik als Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum 9. Sommerdiskurs der Sommerhochschule der Universität Wien eingeladen.

Das Programm des Sommerdiskurses 2016 finden Sie unter: http://shs.univie.ac.at/content/site/shs/sommerdiskurs/home/index.html

Die Fellows der VDA „Communicating the Law“ finden Sie unter: https://vd.univie.ac.at/vienna-doctoral-academies/communicating-the-law/fellows/

Erstes Redaktionstreffen des neuen Law Journals der Universität Wien

Die Universität Wien startet ein englischsprachiges online open-access journal am Juridicum. Besonders die Forschungsergebnisse von NachwuchswissenschafterInnen im Bereich der Rechtswissenschaften an der Universität Wien sollen auf diese Weise einer internationalen Öffentlichkeit näher gebracht werden. Mit einem peer review Verfahren durch die Fellows der Doctoral Academy „Communicating the Law“ wie auch durch namhafte externe und internationale peers soll eine hohe Qualität der Beiträge sichergestellt werden. Die erste Ausgabe wird noch dieses Jahr erscheinen. Neben wissenschaftlichen Fachbeiträgen werden auch kritische Buchbesprechungen und Tagungsberichte publiziert und über die online Plattform zugänglich gemacht.

Die Redaktionsmitglieder Hannah Berger, Paul Hahnenkamp, Mario Hössl, Maria Lee-Nowotny, Stephanie Nitsch, Joachim Pierer, und Günther Schaunig sind DoktorandInnen aus dem Kreis der Doctoral Academy und werden unterstützt von der VDA Koordinatorin Caterina Maria Grasl.

Kick-off für die Doctoral Academy „Communicating the Law“

Die Doctoral Academy „Communicating the Law – Innovative Approaches to Law and Society“ startete am 30. Mai mit einem Kick-off Event in Göttlesbrunn (NÖ). Die dreißig Fellows setzen sich aus Doktorandinnen und Doktoranden der verschiedenen rechtswissenschaftlichen sowie eng verwandten Disziplinen zusammen.

Bei der Veranstaltung lernten die Fellows in entspannter Atmosphäre einander ebenso wie den Sprecher der Doctoral Academy Univ.-Prof. Dr. Franz Stefan Meissel, ao. Univ.-Prof.in Dr.in Michaela Windisch-Graetz vom Steering Committee und Koordinatorin Dr.in Caterina Grasl kennen. Neben einer gelösten Vorstellungsrunde gab es einen Austausch über die künftigen Tätigkeiten der Doctoral Academy.

Besonderen Wert wollen die Fellows dabei auf die Förderung fremdsprachiger Fertigkeiten mit Publikations- und Vortragsmöglichkeiten legen. Zudem besteht großes Interesse an fächerübergreifenden Dialogen der Fellows untereinander und gegenseitigen Erfahrungsaustausch über die Herausforderungen wissenschaftlichen Arbeitens.

Zur Unterstützung dieser Ziele ist als erste Aktivität am 22. Juni und 13. Juli der Workshop "Legal Research, Writing, and Publishing: the Anglo-American Approach" mit Prof. Dr. Andreas Schloenhardt von der University of Queensland geplant.

Vom 3.-5. August findet das erste „Socratic“ Treffen im Rahmen des Sommerdiskurses in Strobl am Wolfgangsee statt, bei dem die Fellows eigene Manuskripte gegenseitig kritisch kommentieren und diskutieren.

Die zentralen Anliegen der Doctoral Academy sind die Förderung von Jungwissenschafterinnen und Jungwissenschaftern durch interdisziplinären Austausch, Weiterbildungsangebote für Lehre und soft skills, regelmäßige Workshops sowie Vernetzung. Darüber hinaus soll herausragende rechtswissenschaftliche Nachwuchsforschung an der Universität Wien auch international besser sichtbar gemacht werden. Wesentlich dazu beitragen wird ein neues und von Fellows der Doctoral Academy geführtes englischsprachiges Open Access Law Journal, dessen erste Ausgabe für diesen Herbst geplant ist.

Ausgeklungen ist das Kick-off Event bei einem lauen Frühlingsabend in Göttlesbrunn mit einem gemeinsamen Heurigenbesuch.