VDA-Porträt Univ.-Prof. Dr. Franz X. Eder

Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, Abschluss des Doktorats und Promotion in Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu „Geschlechterproportion und Arbeitsorganisation im Land Salzburg 17.-19. Jahrhundert“ (1990). Habilitation zum Thema „Durchtränktsein mit Geschlechtlichkeit. Zur Sozial- und Kulturgeschichte der sexuellen Begierde vom 17. bis zum 20. Jahrhundert“ (2001)

Seit 2001 ao. Univ. Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, seit 2011 Univ. Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien.

Zu den Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Familie und Arbeit/sorganisation, Konsumgeschichte, Sexualitätsgeschichte, Neue Medien im Geschichtsunterricht und in der universitären Lehre mit einem zeitlichen Fokus auf das 17.-20. Jahrhundert. Darüber hinaus Forschungen und Arbeiten zu theoretischen und methodischen Fragen der Diskursanalyse und Bild-Text-Analyse. Veranstaltung einschlägiger internationaler Fachtagungen, u.a. zu „Treffpunkte: Dinge – Praktiken – Diskurse“ (2015); "Grenzüberschreitungen und Historische Diskursanalysen" (2013); "Bilder in historischen Diskursen. 3. Internationale Tagung zur Historischen Diskursanalyse“ (2011)

Einschlägige Publikationen zu Theorien und Methoden in den letzten Jahren u.a. zu „Bilder in historischen Diskursen“, Wiesbaden 2014 (hg. gem. mit Oliver Kühschelm, Christina Linsboth); „Kulturwissenschaftliche Bildtheorien. Ihre Potentiale und Grenzen für die historische Diskursanalyse“, in: Zeitschrift für Diskursforschung 2014/3, 229-240; „Diskursanalyse“ (=Schwerpunktheft ÖGL – Österreich in Geschichte und Literatur 57/2) 2013 (Hg. gem. mit Hannes Stekl); „Historische Diskursanalysen. Genealogie, Theorie, Anwendungen“, Wiesbaden 2006.

Schwerpunkte in der Doktorandinnen-Ausbildung: Als Vizestudienprogrammleiter für das Doktoratsstudium der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät habe ich in den letzten Jahren Doktorierende von der Zulassung bis zur Defensio begleitet und bei den Fakultätsöffentlichen Präsentationen auf Theorie- und Methodenfragen großen Wert gelegt. Im von mir als Sprecher geleiteten Forschungsschwerpunkt „Wirtschaft und Gesellschaft aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive“ werden regelmäßig einschlägige Dissertationen vorgestellt und diskutiert.

Langjährige Betreuung von DoktorandInnen im Rahmen von Methodenworkshops, interdisziplinären Doktoratsseminaren und nationalen sowie internationalen DoktorandInnentagungen – zuletzt der DoktorandInnentagungen „Empirisch kulturwissenschaftliche und historische Forschung. Berlin-Wien-Zürich“. Dabei ist es mir ein großes Anliegen, dass Fragen der Theoriebildung und des Methodeneinsatzes auch in historisch-kulturwissenschaftlichen Dissertationen einen zentralen Stellenwert einnehmen. Wobei die jeweils zugrunde gelegten und eingesetzten Theorien und Methoden von den Fragestellung/en, Quellen/Materialen/Daten und den Forschungsperspektiven abhängig sind. Ich votiere für einen Theorie- und Methodenpluralismus und gegen eine Verengung auf bestimmte Theorieangebote und/oder qualitative oder quantitative Methoden sei es aus den Kultur- oder den Sozialwissenschaften.